ICE-Bahnhof zur Expo 2000

Graf Architekten | ICE-Bahnhof zur Expo 2000
Studie für ICE-Bahnhof, gestalteter Weg und Eingang West zur Expo 2000 in Hannover

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Aufgabenstellung

Zwischen dem für den neuen Bahnhof ausgewählten Platz und dem Expo-Gelände liegt ein Gewerbegebiet mit chaotischer Struktur und eher geringer städtebaulicher Qualität. Dieser Bereich zwischen der Münchener Straße im Norden und der Kronsbergstraße im Süden soll im Zuge des Projekts neu bebaut werden.

Entwurfsidee

Damit außerhalb von Messezeiten weder Bahnhof noch dessen Umgebung verwaisen bzw. veröden, werden im Neubaugebiet neue Attraktionen in Bahnhofsnähe angesiedelt, welche Passanten und Kundschaft anziehen sollen. Die Kronsbergstraße wird, da sie schon jetzt Hauptverkehrsstraße ist, die Erschließung für den motorisierten Verkehr übernehmen.
Die Münchener Straße soll vor allem der fußläufigen Erschließung dienen und die Besucher auf dem „Messeboulevard“ vom Ortskern Laatsens bis direkt zum Eingang West des Expo-Geländes führen.

Ein „Skywalk“ als barrierefreier Messezubringer für die Besuchermassen:
Damit große Menschenmengen schnell und kreuzungsfrei zur Expo bzw. Messe befördert werden können, wird ein so genannter „Skywalk“ als aufgeständerter Rollsteig mit Stützen zwischen Bahnhof und Messegelände gebaut. Dieser übernimmt neben seiner Funktion als schneller Messezubringer auch die Erschließung für die neu anzusiedelnden Attraktionen im Bahnhofsquartier.

Umsetzung

Der Bahnhof selbst besteht aus drei Hauptelementen:
„Halle“: Sie übernimmt die Funktion der Quererschließung, sowie die des Aufenthalts-, Warte- und Kommunikationsbereichs. Sie ist eine filigrane Halle aus Stahl und Glas mit leichtem, schwebendem Dach.
„Rücken“: Er verbindet die Halle mit den Fingern, enthält die Bahnhofsnutzungen, steift die Halle aus und übernimmt gleichzeitig die Funktion eines „Filters“ zwischen Stadt und Bahnlinie. Seiner Funktion entsprechend ist der Rücken ein „schweres“ Bauteil, dessen Betonrahmenkonstruktion außen sichtbar wird und dien Baukörper in der Länge gliedert.
„Finger“: Die so genannten „Finger“ überbrücken die Gleise und dienen als Zugänge zu den Bahnsteigen. Es gibt drei Übergänge, um die Wege vom Bahnsteig zur Halle bzw. von Bahnsteig zu Bahnsteig möglichst kurz zu halten. Sie sind so angeordnet, dass sich die Antritte der Treppen gleichmäßig über die Länge der Bahnsteige verteilen.